Burnout

Die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit auf den Begriff „Burnout“ zeigt den erheblichen Informationsbedarf unserer Gesellschaft und fördert als Nebeneffekt einen gefährlichen Wildwuchs selbsternannter Experten, die einen lukrativen Markt wittern. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Modebegriff „Burnout“ ist daher notwendig.

Burnout muss als ein Risikozustand und Prozess verstanden werden, der sich als Stressreaktion manifestiert. Bei zunehmender Chronifizierung kann sich ein komplexes Störungsbild entwickeln: körperlich-vegetative Symptome, psychische Reaktionen, kognitive Störungen (Störungen von Konzentration und Gedächtnis) und Verhaltensänderungen. Bei weiterem Fortschreiten entsteht häufig eine klinische Depression (Erschöpfungsdepression).

Das Kernsymptom des Burnout ist die dauerhafte Erschöpfung, sowohl emotional als auch physisch. Die Erschöpfung geht einher mit der Unfähigkeit, sich zu erholen. Betroffene weisen eine geringe Belastbarkeit auf. Es finden sich eine ganze Reihe von vegetativen Symptomen, wie Verdauungsbeschwerden, Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen, Schwindel, übermässiges Schwitzen oder Geräuschüberempfindlichkeit. Schlafstörungen treten häufig in Form von Einschlafstörungen auf, später auch als Durchschlafstörungen, typischerweise mit Früherwachen. Die Betroffenen erleben sich als zunehmend demotiviert, überfordert und vermindert leistungsfähig. Oftmals ziehen sie sich deutlich sozial zurück, werden emotional labil, reizbar, ängstlich und nervös. Sie entwickeln zunehmend Depressivität und Verlust der Freudfähigkeit.

Da zahlreiche internistische oder neurologische Erkrankungen ein gleiches Krankheitsbild verursachen können, ist eine sorgfältige ärztliche Abklärung der möglichen Ursachen zwingend notwendig.

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