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Prof. Dr. Dr. Martin E. Keck
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Presse Echo

Keck, M. und Holsboer, F.: 
Behandlung nach Maß

Gehirn und Geist, Dossier 1|2016

Diagnostik

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Personalisierte Medizin

Personalisierte Medizin bedeutet, dass wir Ihre individuellen Eigenschaften und körperlichen Gegebenheiten für die Optimierung unserer Behandlung nutzen und diese hierdurch individuell auf Sie abstimmen können. Einer Depression kann beispielsweise eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen zugrunde liegen. Entsprechend vielschichtig sind die Faktoren, die den Erfolg einer Depressionstherapie ausmachen.

Mit dem heutigen Erkenntnisstand sind wir unserem Ziel näher gekommen, die Depressionstherapie im Rahmen der sog. Personalisierten Medizin auf den einzelnen Patienten individuell abzustimmen. Wir nutzen zahlreiche Informationen, um ein individuelles Profil unserer Patienten zu erstellen und die Therapie hierauf gezielt auszurichten. Unnötige – weil unwirksame – Behandlungen können so vermieden und unerwünschte Wirkungen vermindert werden. Dies bedeutet mehr Sicherheit für unsere Patientinnen und Patienten und erlaubt eine wirksamere Behandlung.

Was können wir über die Wirksamkeit von Medikamenten sagen? Welches Medikament wirkt bei wem und in welcher Dosierung?

Ein Medikament wird oftmals über einen längeren Zeitraum hinweg verschrieben, bis klar wird, ob der Patient überhaupt von dessen Einnahme profitiert. Alle Medikamente durchlaufen im Körper mehrere Verarbeitungsschritte, bevor sie in das Gehirn gelangen und ihre therapeutische Wirkung entfalten können. Der erste Abbauschritt findet in der Leber statt. Die Nierenfunktion ist in der Folge wichtig für das Ausschwemmen der Medikamente aus dem Körper. Da diese Abbauvorgänge bei jedem Patienten unterschiedlich stark und schnell ablaufen, bestimmen wir mit Hilfe des therapeutischen „drug monitoring“ die individuelle Konzentration einzelner Medikamente im Blut und können so deren Dosis auf die persönliche Abbau- und Verarbeitungsgeschwindigkeit jedes Patienten einstellen.

Nähere genetische Bestimmungen einzelner Enzyme aus der Leber (sog. CYP-Proteine) weisen auf die individuelle Abbaugeschwindigkeit bestimmter Medikamente sowie potentielle Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten hin und können so bei der Einstellung einer wirksamen Dosierung helfen.

Unter anderem beeinflußt das ABCB1-Gen die Fähigkeiten eines Wächtermoleküls der Blut-Hirn-Schranke, bestimmte Antidepressiva überhaupt erst an ihren therapeutischen Zielort – das Gehirn – zu lassen. In begründeten Einzelfällen im stationären Bereich führen wir die Bestimmung der ABCB1-Varianten durch, um in Verbindung mit weiteren Erkrankungsmerkmalen eine personalisierte Therapieempfehlung auszusprechen.

Die hier beispielhaft genannten Informationen helfen uns, die medikamentöse Behandlungsstrategie im Hinblick auf einen maximalen Therapieerfolg bei gleichzeitig minimalen Nebenwirkungen optimal zu gestalten.

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