Soziales Kompetenztraining

Das Training sozialer Kompetenzen ist ein stationsübergreifendes offenes Gruppenangebot für stationäre und ambulante Patienten. Ziele des Trainings sind das Erlernen sozial kompetenten Verhaltens, das Training der Beobachtung und Differenzierung konkreter Verhaltensweisen, die Löschung von Bewertungen sowie der Aufbau objektiver Beobachtungen und die Lenkung der Aufmerksamkeit auf Fortschritte zur Stärkung der Selbsteffizienz.

Soziale Kompetenz wird als die Verfügbarkeit und Anwendung von kognitiven, emotionalen und motorischen Verhaltensweisen bezeichnet, die in definierten sozialen Situationen zu einem langfristig günstigen Verhältnis von positiven und negativen Konsequenzen für den Handelnden führen. Dabei werden die zahlreichen sozialen Situationen in prototypische Situationstypen gegliedert:

Recht durchsetzen (R):
Kompetent berechtigte Forderungen stellen oder Forderungen anderer ablehnen. Beispiel: ein Käufer reklamiert ein defektes Produkt, ein Nachbar beschwert sich über Ruhestörung.

Beziehungen (B):
Bedürfnisse und Gefühle in nahen Beziehungen mitteilen und mit den Bedürfnissen des anderen in Einklang bringen. Beispiel: den anderen darum bitten, sein Frühstücksgeschirr wegzuräumen, Lob annehmen.

Um Sympathie werben (S):
Durch sympathisches Auftreten Kontakte zu anderen Menschen herstellen oder jemanden zu einem Gefallen bewegen. Beispiel: bevorzugte Behandlung durch einen Sachbearbeiter erreichen wollen oder ein Gespräch mit einem Unbekannten anfangen.


Die Trainingsgruppe besteht aus bis zu 10 Teilnehmern und zwei Trainern. Die Trainingssitzungen beinhalten Rollenspiele mit Videofeedback (Videofeedback auf freiwilliger Basis). Die Rollenspiele werden zu vorgegebenen Situationen durchgeführt, die auf den Situationstypen aufbauen und bei denen Mitpatienten jeweils den Gegenpart spielen. Kritik wird in Form konkreter Verbesserungsvorschläge geübt. Die positive Verstärkung durch die Teilnehmer steht im Vordergrund. Das Training ist angelegt als offene Gruppe mit turnusmäßig wiederkehrenden Themen, die in Doppelstunden bearbeitet werden.

(Nach Hinsch und Pfingsten, Gruppentraining sozialer Kompetenzen – GSK, Weilheim: Beltz PVU, 2007.)

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