Psychophysiologie

Die Erfassung des Auges mit einer Hochgeschwindigkeitskamera liefert Informationen zu Blickrichtung und Pupillegröße (obere Abbildung). Elektromyographie (EMG) erfasst den Schreckreflex auf ein lautes Geräusch (untere Abbildung).

Das Ziel des Psychophysiologie Labors ist es, physiologische Maße für affektive Prozesse mit einer Relevanz für psychiatrische Störungen zu testen und weiter zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt auf einer Belastung des Systems, um mögliche Dysfunktionen zu entdecken. Hierfür werden üblicherweise bestimmte Aufgaben angewendet, wie etwa das Abspielen lauter Geräusche oder eine Stimulierung durch milde, elektrische Reize am Handgelenk, während verschiedene Bilder betrachtet werden. Elektromyographie wird auf der Muskulatur um die Augen gemessen, auf dem sogenannten Orbicularis oculi, die Herzfrequenz wird mittels Pulseoxymetrie erfasst, Hautwiderstandselektroden werden an den Fingern angebracht und Eye Tracking mit einer Hochgeschwindigkeitskamera ermöglicht die Messung der Pupillengröße und Blickrichtung (Bild 1).

Ein weiteres Ziel ist, diese psychophysiologischen Maße während funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) zu erfassen, um die Verknüpfung zwischen physiologischen Antworten und Gehirnaktivierung sowie -konnektivität untersuchen zu können. Hiermit können wir die neuronalen Schaltkreise untersuchen, die mit den physiologischen Antworten verknüpft sind. Dies kann sowohl während Aufgaben, als auch während des sogenannten Ruhe-fMRT (‚resting-state fMRI‘) stattfinden.

Messungen von Probanden und Patienten finden im Psychophysiologie Labor und im MRT statt und sind ebenso Teil des Untersuchungsprogramms der wissenschaftlich-therapeutischen Ambulanz.

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