Klaus Wagner erhält Peter Hans Hofschneider-Preis

11. Juni 2013

Der diesjährige Peter Hans Hofschneider-Preis geht an den Nachwuchswissenschaftler Klaus Wagner vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie

Klaus Wagner

Der diesjährige Peter Hans Hofschneider-Preis geht an den Nachwuchswissenschaftler Klaus Wagner vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie. Geehrt wird Wagner für seine Forschung im Bereich der stressbedingten Lern- und Gedächtnisschwäche. Die Auszeichnung ehrt herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen Medizin. Verliehen wurde der Preis am vergangenen Mittwoch auf der Jahreshauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft in Potsdam.

Klaus Wagner erhielt den mit 3000 Euro dotierten Preis für seine Beschäftigung mit der Frage, wie sich Stress auf unser Gehirn auswirkt. Dabei konnte er mit seiner Arbeit neue molekulare Zusammenhänge aufdecken, insbesondere zu dem Zusammenspiel von Stress und Gedächtnis. So beschrieben er und seine Kollegen in einer Anfang 2013 im Journal of Neuroscience erschienenen Studie einen stresshormonunabhängigen Mechanismus für Lern- und Gedächtnisdefizite. Dabei führt ein Mangel des Membranmoleküls Homer-1 im Hippocampus zu einer veränderten Nervenzellaktivität und den damit verbundenen Lerndefiziten. Die Forscher konnten die stressbedingten Lerndefizite durch die gezielte Zugabe von Homer-1 verhindern. Auf dem Weg der Entwicklung neuartiger Wirkstoffe gegen kognitive Einschränkungen bei psychiatrischen Krankheiten war dies ein wichtiger Schritt.

Der Peter Hans Hofschneider-Preis wird seit 2005 alle zwei Jahre von der Max-Planck-Gesellschaft verliehen. Peter Hans Hofschneider, geboren 1929 in Stuttgart, gilt heute als Pionier der Molekularbiologie und als eine der Schlüsselfiguren der Interferon-Forschung.

Klaus Wagner hat seine Diplomarbeit 2009 am Max-Planck-Institut für Psychiatrie geschrieben und promoviert aktuell in der Arbeitsgruppe von PD Dr. Mathias Schmidt. An seiner Arbeit hebt er hervor, dass sie eine Anwendung für das „breite Publikum“ habe. Dabei sei die Forschung am Max-Planck-Institut für Psychiatrie etwas Besonderes, „da die Grundlagenforschung wichtige Anstöße aus der psychiatrischen Klinik erhält und neu entwickelte Hypothesen unmittelbar in der Klinik überprüft werden können“.

MG

Zur Redakteursansicht