Macht die Großstadt krank? Stress, Burnout und Depression

Vortrag des Chefarztes des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie zum Internationalen Tag der Seelischen Gesundheit

4. Oktober 2016

Prof. Dr. Dr. Martin E. Keck, Chefarzt und Direktor der Klinik des  Max-Planck-Instituts für Psychiatrie, erläutert am 11. Oktober wie Stadt, Stress und psychische Erkrankungen zusammenhängen. Der Vortrag ist auch der Auftakt zur neuen Runde des Max-Planck-Gesundheitsforums.

Die voll gestopfte U-Bahn kann sozialen Stress bedeuten

Menschen, die in Städten leben, erleiden häufiger eine psychische Erkrankung als die im ländlichen Raum. Bei affektiven Erkrankungen wie einer Depression ist das Risiko für Städter um 39 Prozent erhöht. Stress spielt dabei eine entscheidende Rolle, erläutert Keck in seinem Vortrag für Betroffene, Angehörige und Interessierte.

„Stress an sich schadet nicht, ganz im Gegenteil, Stress und Leistung hängen eng zusammen. Um optimale Leistung bringen zu können, braucht jeder Mensch das für ihn richtige Maß an Stress. Doch wird der Stress als unkontrollierbar erlebt, schlägt die Wirkung ins Negative um“, weiß der Psychiater. Keck führt die soziale Dichte an, man denke nur an eine volle U-Bahn am Morgen. Kommt soziale Isolation dazu - fühlen sich Menschen also in der U-Bahn allein, obwohl sie voll besetzt ist - kann sozialer Stress entstehen. Dies geschieht in der Stadt häufiger. Nachweisbar sind bestimmte Hirnregionen empfänglicher für Stress, wenn Menschen in der Großstadt wohnen.

Beim Max-Planck-Gesundheitsforum am Dienstag, 11. Oktober um 18:30 Uhr ist nach dem Vortrag Zeit für individuelle Fragen aus dem Publikum. Die kostenfreie Veranstaltung findet im Hörsaal des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie im Erdgeschoss der Kraepelinstraße 2 in München statt. Vom 11. Oktober an wird es bis Juli 2017 einmal im Monat dienstags einen Vortrag zu aktuellen psychiatrischen Themen geben.

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