Neue internationale Initiative untersucht Einfluss früher Lebensereignisse auf psychische Erkrankungen  

McGill-Douglas - Max-Planck-Institut für Psychiatrie International Collaborative Initiative in Adversity and Mental Health

12. Mai 2021

Die neu gegründete Initiative McGill-Douglas - Max-Planck-Institut für Psychiatrie International Collaborative Initiative in Adversity and Mental Health untersucht als erste internationale Initiative auf biologischer Ebene, wie ungünstige Lebensumstände in der frühen Kindheit das Risiko für psychische Erkrankungen im Laufe des Lebens erhöhen können. Elisabeth Binder, Direktorin am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München und Leiterin der Abteilung für Translationale Forschung in der Psychiatrie, und Gustavo Turecki, wissenschaftlicher Direktor am kanadischen Douglas-Forschungszentrum und Lehrstuhlinhaber der Abteilung für Psychiatrie an der McGill Universität in Montreal, sind die leitenden KooperationspartnerInnen dieser auf fünf Jahre angelegten und mit fünf Millionen Dollar dotierten Initiative. Das Hauptziel ist, die biologischen Ursachen psychischer Erkrankungen zu erforschen und dadurch deren Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Die McGill Universität und die Max-Planck-Gesellschaft unterstützen die Initiative.

Ereignisse im frühen Lebensalter eines Menschen können einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns und des Verhaltens haben. So tragen negative Ereignisse in der Kindheit oder sogar vor der Geburt zur Entwicklung von psychischen Erkrankungen im späteren Leben bei. Stressfaktoren in der Kindheit wie Missbrauch, Vernachlässigung oder der Verlust eines Elternteils werden häufig mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Stimmungs- und Angststörungen in Verbindung gebracht. Psychische Erkrankungen tragen stark zur globalen Krankheitslast bei. Um diese Belastung für die Gesellschaft zu verringern, müssen Präventions- und Behandlungsstrategien verbessert werden. WissenschaftlerInnen erforschen deshalb die Zusammenhänge zwischen ungünstigen Lebensumständen in der frühen Kindheit und negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.

Binder betont, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit ist: „Psychische Erkrankungen sind komplex und WissenschaftlerInnen auf der ganzen Welt müssen zusammenarbeiten, um Fortschritte zu erzielen. Unsere Initiative ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und ich freue mich, daran beteiligt zu sein."

„Das frühe Lebensumfeld hat einen enormen Einfluss darauf, wie wir unser Verhalten und unsere Emotionen entwickeln", erklärt Turecki. „Diese internationale Initiative, an der das Douglas-Forschungszentrum und das Max-Planck-Institut für Psychiatrie beteiligt sind, wird exzellente Wissenschaft ermöglichen und dazu beitragen, ein gemeinsames Ausbildungsprogramm zu schaffen, um die besten Wissenschaftler von morgen in diesem wichtigen Forschungsbereich auszubilden."

Die Initiative ermöglicht den WissenschaftlerInnen, gemeinsam zu forschen, auszubilden und einzigartige Ressourcen zu teilen, einschließlich großer Datensätze und Einrichtungen für die Forschung mit Tier- und Humanpopulationen. Die Forschungsteams beider Länder freuen sich, die globale Forschung zur psychischen Gesundheit voranzutreiben.

Quelle: McGill Douglas

Zur Redakteursansicht