Professor Charles Nemeroff mit der Emil Kraepelin Professur 2013 ausgezeichnet

13. November 2013

Am 30. Oktober wurde Charles Nemeroff im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums am Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPIP) mit der Emil Kraepelin Gastprofessur für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der klinischen Neurowissenschaft ausgezeichnet

Elisabeth Binder, Charles Nemeroff, Florian Holsboer (v.l.n.r.)

Mit wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der psychiatrischen Forschung hat Charles Nemeroff zu einem besseren Verständnis von Angsterkrankungen, affektiven Störungen und Schizophrenie beigetragen. Am 30. Oktober wurde er im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums am Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPIP) zum Thema „Neurobiology of Trauma and Stress: Implications for novel therapeutic strategies“ mit der Emil Kraepelin Gastprofessur für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der klinischen Neurowissenschaft ausgezeichnet. Charles Nemeroff leitet das Department für Psychiatrie und Verhaltensforschung an der Universität von Miami.

Im Rahmen seiner Ergebnisse im Zusammenhang mit dem Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH) hat Nemeroff aufgezeigt, dass frühe Traumata lang anhaltende Auswirkungen auf den Verlauf psychiatrischer Erkrankungen haben. Diese Erkenntnisse hatten nicht nur starken Einfluss auf die Behandlung von Erkrankungen wie der Depression, die weltweit Millionen Menschen betrifft; sie stießen auch die Entwicklung neuartiger Medikamente an.

In ihrer Lobrede auf Charles Nemeroff würdigte Elisabeth Binder, geschäftsführende Direktorin am MPIP, vor allem seinen Einsatz  in der Ausbildung künftiger klinischer Forscher, für den er mit dem „Research Mentoring Award“ der American Psychiatric Association (APA) ausgezeichnet wurde.

„Charlie Nemeroff ist der Forschung in Psychiatrie und Neurowissenschaft tief verbunden“, erklärte Binder. „Dies zeigen nicht nur seine eigenen wissenschaftlichen Publikationen – beinahe 700 auf pubmed veröffentlichte Originalartikel. Unter seiner Leitung war das Department Psychiatrie an der Universität Emory eine der führenden Forschungseinrichtungen in den Vereinigten Staaten, mit großer internationaler Reputation.“ Auch sein Institut an der Universität Miami befinde sich auf dem Weg an die Spitze der Forschungseinrichtungen in den Vereinigten Staaten, so Binder.

Die Emil Kraepelin Professur wird seit 1995 in fast jährlichem Zyklus vergeben. Ermöglicht wird die Auszeichnung durch die Stiftung Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie. Mit der Würdigung einer Wissenschaftlerpersönlichkeit, die im klinischen oder präklinischen Bereich Herausragendes geleistet hat und deren Forschungsarbeiten in direktem Bezug zu den zentralen Themen des Instituts stehen, soll die wissenschaftliche Zusammenarbeit gefördert werden. Der Ausgezeichnete und einige seiner Mitarbeiter werden zu einem Kurzaufenthalt am Max-Planck-Institut für Psychiatrie eingeladen, um den Kontakt zwischen den Wissenschaftsinstituten zu stärken.

MG

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