
Diagnostische Möglichkeiten
Durch eine ausführliche Anamneseerhebung und neurologische Untersuchung, in Verbindung mit gezielt eingesetzten technischen Untersuchungen, kann meist eine Arbeitsdiagnose erstellt werden. Diese wird mit dem Patienten und, wenn gewünscht, auch den Angehörigen besprochen und stellt die Grundlage für die Behandlung dar. Die klinische Beobachtung unter Medikamentenumstellung durch Folgetermine ist sehr wichtig, um die Diagnose z. B. eines M. Parkinson zu sichern.
Eine MRT des Schädels (kranielle MRT) wird im Rahmen der Basisdiagnostik durchgeführt, um bestimmte gefäßbedingte und entzündliche Erkrankungen auszuschließen, die zu parkinsonähnlichen Symptomen führen können. Beim idiopathischen Parkinson-Syndrom (M. Parkinson) zeigt sich in der kraniellen MRT typischerweise ein normaler Befund, da die zellulären Veränderungen nicht ohne Weiteres makroskopisch erkannt werden können. In bestimmten Fällen atypischer Parkinson-Syndrome kann die MRT spezielle Veränderungen zeigen.
Verschiedene nuklearmedizinische Techniken können zum Einsatz kommen, wenn das klinische Bild und die sonstige technische Diagnostik den Nachweis eines Dopaminmangels oder einer mangelnden Wirkung des vorhandenen Dopamins nicht sicher nachweisen können. In diesen Fällen beauftragen wir nuklearmedizinische Abteilungen mit gezielten Untersuchungen, durch die die Diagnosesicherheit verbessert werden kann.
Das EEG ist ebenfalls ein Teil der Basisuntersuchungen. Das EEG weist beim M. Parkinson, v. a. im fortgeschrittenen Stadium, gelegentlich eine diffuse Verlangsamung des Hirngrundrhythmus auf.
Laboruntersuchungen dienen im Wesentlichen dem Ausschluss von Erkrankungen, die mit einem sekundären Parkinson-Syndrom einhergehen können. Der M. Parkinson führt in der Regel zu keinen gravierenden Änderungen der Labor-Routineparameter.
Neurophysiologische Untersuchungen sind vor allem zur Diagnose von Erkrankungen der peripheren Nerven erforderlich. Mithilfe der Tremoranalyse können bestimmte Tremorformen besser eingeordnet werden.
Herz-Kreislauf- und Gefäßuntersuchungen sind vor allem bei der Aufklärung eines vaskulären (gefäßbedingten) Parkinson-Syndroms von Bedeutung. Die überwiegende Anzahl solcher evtl. notwendiger Untersuchungen kann direkt am Max-Planck-Institut für Psychiatrie (Neurologische Ambulanz, Abteilung für Innere Medizin) stattfinden.
Schlafstörungen treten sehr häufig bei Parkinson-Syndromen auf. Vor allem atypische Parkinson-Syndrome können mit schweren Schlafstörungen und nächtlichen Verhaltensstörungen (z. B. REM-Schlaf-Verhaltensstörung) einhergehen. Diese können durch eine spezielle Untersuchung im Schlaflabor (Polysomnographie) objektiviert werden.
Kognitive Störungen können im Verlauf der Parkinson-Erkrankung als Problem hinzutreten. Um solche Störungen objektivieren und subjektive Beschwerden besser einordnen zu können, kann eine neuropsychologische Testung – auch ambulant – durchgeführt werden.