Matthias Auer erhält Nachwuchsförderung der DGE

Im Rahmen der Jahrestagung der Sektion Angewandte Endokrinologie der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in Frankfurt erhält Matthias Auer vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München den mit 2000 € dotierten Preis zur Nachwuchsförderung 2015 für seine klinische Forschung zur Wirkung von Sexualhormonen.

29. Mai 2015
Matthias Auer bei der Preisverleihung.

Matthias Auer studierte Humanmedizin in Mannheim und Heidelberg und ist seit Mai 2011 in der klinischen Neuroendokrinologie am Max-Planck-Institut für Psychiatrie tätig. Dort absolviert er neben seiner wissenschaftlichen Arbeit die Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin / Endokrinologie.

Matthias Auer erforscht Effekte, die Sexualhormone sowohl auf unsere Psyche als auch auf unseren Stoffwechsel entfalten. In der jetzt prämierten Arbeit untersuchte er, wie sich eine gegengeschlechtliche Hormontherapie auf den Stoffwechsel von Patienten mit Geschlechtsdysphorie auswirkt. Diese Menschen spüren, dass ihre gefühlte geschlechtliche Identität nicht mit dem tatsächlichen biologischen Geschlecht übereinstimmt.

Für seine Studie hat Matthias Auer im Blut der Patienten vor und ein Jahr nach Einleitung der Hormontherapie fast 200 unterschiedliche Stoffwechselprodukte untersucht. Dabei hat er herausgefunden, dass sowohl das männliche Sexualhormon Testosteron als auch das weibliche Sexualhormon Estradiol bei Männern und Frauen zum Teil ähnliche, zum Teil aber auch sehr unterschiedliche Einflüsse auf den Stoffwechsel entfalten.

„Wir erhoffen uns bald allgemein besser zu verstehen, welche Rolle Sexualhormone in der Stoffwechselregulation spielen“, fasst Matthias Auer zusammen. „Vor allem könnten die neuen Ergebnisse aber erklären, warum vor allem bei dieser Patientengruppe Herz-Kreislauferkrankungen gehäuft auftreten, obwohl sich viele klassische Risikofaktoren wie die Blutfettwerte oder der Blutdruck tendenziell unter einer Hormontherapie eher positiv entwickeln.“

In einer größeren Langzeitstudie soll nun untersucht werden, ob die Veränderungen im Stoffwechsel bei einer gegengeschlechtlichen Hormontherapie eine Vorhersage über das langfristige Herz-Kreislaufrisiko erlaubt.

MA/AN

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