Günter Stalla erhält Rolf Gaillard Preis 2015

Anerkennung für herausragende Forschung im Bereich der Neuroendokrinologie

10. Dezember 2015

Günter K. Stalla vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München erhält im Rahmen des 4. Kongresses der European NeuroEndocrine Association (ENEA) zum Thema Akromegalie in Marseille am 10. Dezember 2015 den mit 15.000 Euro dotierten Rolf Gaillard Preis. Die ENEA würdigt damit seinen lebenslangen, herausragenden Beitrag zur Forschung im Bereich der Neuroendokrinologie

Seinen Preis nimmt Herr Stalla am 10. Dezember im Rahmen des 4. ENEA Workshops zum Thema Akromegalie entgegen, wo er einen Vortrag über die translationale Forschung an Hypophysentumoren hält. Der Preis in Höhe von 15.000 Euro wird von der „Fondation pour la recherche en Endocrinologie, Diabétologie et Métabolisme“ gestiftet, die von dem 2011 verstorbenen Rolf Gaillard gegründet wurde. Nach dem Schöller-Junkmann Preis der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), den Herr Stalla im Jahr 1988 zusammen mit seiner Frau Johanna erhielt, ist dies eine weitere bedeutende Auszeichnung für den Arzt und Forscher.

Günter Stalla bei seinem Vortrag über die translationale Forschung an Hypophysentumoren nach der Preisverleihung beim 4. ENEA Kongress in Marseille, Frankreich

Das Interesse des Neuroendokrinologen gilt neben bekannten Volkskrankheiten wie Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose etc. u.a. auch Tumorerkrankungen wie der Akromegalie, einer mit einer Krankheitshäufigkeit von 3000 bis 6000 Menschen in Deutschland vergleichsweise seltenen Erkrankung. „Bei der Akromegalie leidet der Patient an einem Tumor, der vermehrt Wachstumshormone bildet. Dieses vermehrte Wachstumshormon hat Effekte auf jede Körperzelle. Diese Patienten haben eine Vergröberung der Gesichtszüge, der Zunge, der Hände, der Füße. Es führt zur Veränderung der inneren Organe, des Herzens. Die Patienten leiden unter Bluthochdruck, Gelenkproblemen, Diabetes, aber auch unter psychischen Problemen wie Gedächtnisstörungen oder Stimmungsschwankungen“, so Günter Stalla in einem Interview auf Medizin-TV.

Die Bandbreite von Herrn Stallas Forschung wird deutlich, wenn man bedenkt, dass er erst kürzlich durch die Beteiligung an einer Kollaboration mit Felix Hausch, Mathias Schmidt und Caroline Jung-Sievers (alle Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München) im Zusammenhang mit der Entwicklung von Wirkstoffen gegen Fettleibigkeit von sich reden machte.

Günter Stalla studierte Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und promovierte 1980 in Experimenteller Endokrinologie. Er ist Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie sowie Andrologie und Professor für Innere Medizin. Seit 1990 ist Herr Stalla am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München tätig. Hier betreut der Oberarzt und Leiter der Inneren Medizin, Endokrinologie, Klinischen Chemie, Neuroendokrinologischen Ambulanz und Andrologie nicht nur Patienten mit Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, sondern leitet auch eine Forschungsgruppe. Er ist Mitglied diverser wissenschaftlicher Fachgesellschaften, u.a. der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) und der ENEA.

EF, MM

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