Spezialambulanz für PatientInnen mit Post-COVID-Beschwerden

7. Juni 2021

Nach überstandener COVID-Erkrankung können neurologisch-psychiatrische Beschwerden wie Kopfschmerzen, verminderte Konzentrationsfähigkeit, Depression, Angst oder Schlafstörungen bestehen bleiben oder auftauchen.

Das Long-COVID-Syndrom bezeichnet den Symptomverlauf von PatientInnen, die nach einer überstandenen Infektion mit dem Corona-Virus nach vier Wochen und über die 12. Woche hinaus weiterhin (zum Teil auch neue) Beschwerden haben. Häufig gehören dazu neuro-psychiatrische Symptome: kognitive Störungen teilweise in Kombination mit Kopfschmerzen oder Muskelzittern, Depression, Angst oder Schlafstörungen.

Eine COVID-Erkrankung kann sich sowohl durch die Infektion selbst als auch durch die Entzündungsreaktion (Enzephalitis) bzw. Prozesse, die dadurch angestoßen werden (Enzephalopathie), auf das Gehirn auswirken.

Eine Infektion mit dem Corona-Virus kann auch neurologisch-psychiatrische Beschwerden nach sich ziehen; dauern diese über die akute Erkrankung hinaus an oder treten erst danach auf, spricht man von Post-COVID.

Der Fokus anderer Ambulanzen liegt häufig auf pulmonalen Problemen, es behandeln also LungenfachärztInnen, oder auf einer stationären Rehabilitation. In der Max-Planck-Forschungsklinik steht die neuropsychiatrisch- ambulante Behandlung im Vordergrund. NeurologInnen und PsychiaterInnen nutzen ihr Wissen aus der Ambulanz für entzündliche ZNS-Erkrankungen/MS-Ambulanz, aus der Schlafambulanz und der Psychiatrie insgesamt.

Wichtig ist zunächst die Diagnose und differentialdiagnostische Einordnung der Beschwerden und dann die darauf aufbauende symptomatische Therapie je nach Beschwerdebild. Für die Diagnose steht vor allem die Neuropsychologie, MRT, Liquoranalytik und Neurophysiologie bereit.

 

 

 

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