Spezialambulanz für Patient*innen mit neuro-psychiatrischen Post-COVID- und ME/CFS-Beschwerden
Nach überstandener COVID-Erkrankung können neurologisch-psychiatrische Beschwerden wie Kopfschmerzen, verminderte Konzentrationsfähigkeit, Depression, Angst oder Schlafstörungen bestehen bleiben oder auftauchen. Manche Patient*innen weisen auch ME/CFS-ähnliche Symptome wie anhaltende Erschöpfung auf.
Das Post-COVID-Syndrom bezeichnet den Symptomverlauf von Patient*innen, die nach einer überstandenen Infektion mit dem Corona-Virus nach vier Wochen und über die 12. Woche hinaus weiterhin (zum Teil auch neue) Beschwerden haben. Häufig gehören dazu neuro-psychiatrische Symptome: kognitive Störungen teilweise in Kombination mit Kopfschmerzen oder Muskelzittern, Depression, Angst oder Schlafstörungen. Eine COVID-Erkrankung kann sich sowohl durch die Infektion selbst als auch durch die Entzündungsreaktion (Enzephalitis) bzw. Prozesse, die dadurch angestoßen werden (Enzephalopathie), auf das Gehirn auswirken.
ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome) ist eine seperate neuroimmunologische Erkrankung, die viele Symptome mit dem Post-Covid-Syndrom gemeinsam hat, unter anderem eine schwere körperliche und mentale Erschöpfung, Gliederschmerzen und Konzentrationsprobleme. Während Post-Covid eine anhaltende Symptomatik nach einer COVID-19-Erkrankung beschreibt, kann ME/CFS von diversen Infekten ausgelöst werden.
In der Max-Planck-Forschungsklinik steht die neuropsychiatrisch- ambulante Behandlung beider Erkrankungen im Vordergrund. Neurolog*innen und Psychiater*innen nutzen ihr Wissen aus der Ambulanz für entzündliche ZNS-Erkrankungen/MS-Ambulanz, aus der Schlafambulanz und der Psychiatrie insgesamt.
Wichtig ist zunächst die Diagnose und differentialdiagnostische Einordnung der Beschwerden und dann die darauf aufbauende symptomatische Therapie je nach Beschwerdebild. Für die Diagnose steht vor allem die Neuropsychologie, MRT, Liquoranalytik und Neurophysiologie bereit.
Fokus auf junge Patient*innen mit begleitenden depressiven Symptomen
Angebote für junge Patient*innen
Unsere Ambulanz ist Kooperationspartner des Münchner Chronische Fatigue Centrum für junge Menschen (MCFC). Das Centrum hat sich auf die Behandlung von chronischer Fatigue, post-akuten Infektions- & Impfsyndromen (PAIVS) und ME/CFS bei jungen Erwachsenen spezialisiert. Patient*innen zwischen 18 und 29 Jahren können sich direkt bei dem MCFC anmelden, und werden dann an eine der Münchner Partnerkliniken vermittelt. Details zur Anmeldung finden Sie in der Spalte links.
Angebote für Patient*innen mit depressiver Symptomatik
Im Rahmen von Post-Covid kann es auch zu psychischen Beschwerden wie depressive Stimmung, Konzentrationsprobleme, wenig Antrieb, Energielosigkeit, Schlafstörung, Ängste usw. kommen. Wenn Sie diese Beschwerden im Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion entwickelt haben, laden wir Sie gerne ein, an unserer IMPACT-D+-Studie teilzunehmen. Dort erforschen wir die Wirksamkeit der repetitiven transkranielle Magnetstimulation (rTMS) bei depressiven Beschwerden im Zusammenhang mit COVID-19. Die rTMS ist ein sicheres, nicht-invasives Verfahren, das schon erfolgreich zur Behandlung von Depressionen genutzt wird, vor allem dann, wenn eine medikamentöse Behandlung nicht ausreicht. Alle Informationen zur Studie und zur Teilnahme finden Sie hier.

